Posts tagged Der Yogaweg

Das Gajānanaṃ-Mantra und warum ich es zu Beginn meiner Stunden gerne singe

Nachdem ich die Dhyana Ślokas, wie das Gajānanaṃ auch genannt wird, wieder öfter in meinen Stunden singe, werde ich immer wieder nach dem Text und der Bedeutung gefragt. In diesem Blog möchte ich dies, sowie meine Gedanken über das Singen dieser Mantren zu Beginn meiner Yogastunden gerne teilen! 🙂
Den Rest des Beitrags lesen »

Leave a comment »

Ahimsa – Der Yoga Weg der Gewaltlosigkeit

In den letzten Tagen habe ich mich vermehrt mit dem Aspekt Ahimsa auseinander gesetzt und sehe viele positive Aspekte darin in meinem Leben Gewaltlosigkeit zu praktizieren.

Im Yoga, das in meinem Leben sehr wichtig geworden ist, gibt es fünf Enthaltungen oder Verbote. Das erste davon ist Ahimsa. Wörtlich bedeutet es „das Nicht-Verletzen“, also Gewaltlosigkeit. Nun ist es auch in unserem Kulturraum geboten, anderen Menschen keine Gewalt anzutun und im römisch-katholischen Glauben finden wir es im 6. Gebot „Du sollst nicht töten“, im 8. Gebot „Du sollst nicht stehlen“ und im 9. Gebot „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden, wieder deinen Nächsten“. Wir haben also für uns festgelegt, dass es nicht „in Ordnung“ ist anderen Menschen Gewalt anzutun – in welcher Form auch immer.

Im Yoga bedeutet Ahimsa auch Tieren gegenüber gewaltlos zu sein. Daher sind viele Yogis und Yoginis Vegetarier, manche sogar Veganer. Im Zuge meiner Recherchen bin ich darauf gestoßen, dass das Essen von Fleisch in der Vielfalt der alten indischen Schriften nicht immer als schlecht angesehen wurde. In einigen Werken und auch im Ayurveda wird das Essen von Fleisch in besonderen Fällen wie Schwangerschaft und Rekonvaleszenz sogar empfohlen (http://de.wikipedia.org/wiki/Ahimsa).
Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass es mir ohne die Konsumation von Fleisch besser geht. Ich konnte aber auch schon spüren, dass, als es mir besonders schlecht ging, es genau umgekehrt war. Es ist für mich somit nicht mehr nur eine Frage der Überzeugung sondern auch die der persönlichen Bedürfnisse aufgrund der Lebensumstände in der sich der Mensch befindet.

Ahimsa bedeutet jedoch nicht nur Gewaltlosigkeit in Form der Tötung oder Verletzung physischer Art. Es bedeutet auch Gewaltlosigkeit in Gedanken und Worten und es bedeutet für mich, das Leben im Hinblick auf unsere soziale Verantwortung so zu leben, das unsere Umwelt keinen Schaden nimmt.

Das heißt für mich nicht nur gedankenvoll mit Ressourcen umzugehen und Müll zu trennen. Ich versuche auch meine Sprache so gewaltfrei wie möglich zu halten – mit dem erfreulichen Ergebnis, dass ich merke, dass auch meine Gedanken und Gefühle weicher, leichter und unbeschwerter werden. Je mehr verbale Agression ich von mir gebe umso mehr habe ich auch in mir.

Beispiel Autofahren: Wenn ich entspannt fahre, und nicht davon ausgehe, dass alle anderen Verkehrsteilnehmer nur dazu unterwegs sind mir im Weg herumzufahren oder mich zu ärgern, dann fahre ich viel flüssiger, komme leichter und vor allem entspannter an. Die einzige, die meine verbale Agression voll abbekommt, bin ich selbst! In meinem Auto bin ich ja vollkommen abgegrenzt – es bleibt also alles bei mir.

Beispiel Kommunikation: Wenn ich kontrollieren kann, wann und wie mein „Kampfmodus“ anspringt, ist es viel leichter für mich, in Konversationen das zu hören was der andere mir eigentlich sagen will und nicht das, was ich mit meiner Geschichte, meinen Glaubenssätzen und Unzufriedenheiten mit meiner Person oder meinem Leben höre. Besonders wenn es um Kritik geht, die jemand kundtun möchte, weil ihn etwas an meiner Kommunikation berührt hat, verlaufen die Gespräche für beide Seiten westlich positiver wenn ich es schaffe einmal zu hören und anzunehmen was der andere mir sagen will bevor ich reagiere.

Ich übe mich auch darin, weniger oder am besten keine Kritik an anderen, aber auch mir selbst, zu üben. Gedankliches Schimpfen und Fluchen zu lassen und das „beliebte“ lästern in der City zu reduzieren oder vollständig sein zu lassen. Ich versuche auch, nicht leichtfertig ein schnelles Urteil über Menschen zu fällen, die ich kaum kenne. Das gehört für mich auch dazu Ahimsa zu leben.

Ahimsa ist inzwischen ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens geworden, und ich stelle fest, dass es mir Freiheit, Leichtigkeit und Gelassenheit gebracht hat. Ich möchte es wirklich nicht mehr missen.

Jedem, der sich damit auseinander setzen möchte empfehle ich, einiges darüber zu lesen, darüber nachzudenken oder darüber zu meditieren. Wenn jeder achtsamer wird im Umgang mit sich selbst und anderen wird, kann unsere Welt sicherlich ein freundlicherer Ort werden an dem vieles möglich wird.

Leave a comment »