Erfolg durch Harmonie

Winterlimonade

„Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limonade daraus“

Ich mag diesen Spruch, denn er sagt kurz und bündig: was immer dir passiert im Leben, reg dich nicht auf, nimm was kommt und mach etwas daraus!

Das ist wirklich nicht immer leicht, denn besonders wenn es darum geht, mit einer schweren Krankheit umzugehen oder eine andere besonders heftige Situation im Leben zu erleben, (davon gibt es ja wahrlich genug) auch wenn man im Hinterkopf hat, dass es „nur“ ein (neues) Kapitel im Leben ist, und auch das wieder vorbei gehen wird, ist es manchmal nur ein schwacher Trost.

Es lohnt sich trotzdem, sich in wieder und wieder (und wieder) daran zu erinnern, dass das Leben schon einmal anders war – und auch wieder anders sein wird! Manchmal ist es einfach Zeit, eine Pause zu machen und sich für sich selbst Zeit zu nehmen. Zeit für weniger, Zeit für Rückzug und Kontemplation, Zeit für Reflexion und Neuorientierung, Zeit für eine Pause.

Kennst du auch diese Momente im Leben in denen man sich wünschet mehr Zeit zu haben für die Dinge, die dir wichtig sind? Mehr Zeit zu haben für sich selbst, um endlich das Buch zu lesen, das auf dem Nachtkästchen wartet, das Bild zu malen, den Kasten auszumisten, einfach nur mal auf der Couch zu sitzen, nichts zu tun zu haben, eine Reise zu machen, eine Ausstellung zu besuchen,… einfach einmal Zeit zu haben im Wirbel des Alltags… hinaus aus dem Hamsterrad, aber wie?

… und dann bekommt man vom Leben Zeit geschenkt, und es ist nicht so schön, weil wir es uns anders vorgestellt haben, weil wir uns nur Gutes vom Leben wünschen und nicht leiden wollen… und weil man in dem Moment auf einmal nicht weiß was man mit der Zeit anfangen soll..

Immer wenn wir heraus gerissen werden aus unserem Alltag, ob er uns gefällt oder nicht, ob es etwas positives ist, oder uns eine Grippe oder eine andere Krankheit daran hindert weiter zu „strudeln“ oder zu uns zu ärgern, dann ist man im ersten Moment doch mal richtig sauer auf sich, bzw. seinen Körper…

Man kann sich gar nicht vorstellen, dass das Leben, der Alltag, der Strudel, das schöne Gefühl auf einmal aufhören könnte… Egal wie anstrengend oder auch schön eine Situation ist, wenn man mal richtig drinnen ist, kann man sich irgendwann einmal nicht mehr vorstellen wie es ist wenn es nicht mehr ist. Was geschieht wenn man einfach aufhören würde? Einmal kurz loslassen, nicht mehr weiter jonglieren. Geht das überhaupt? Geht es dann weiter? Und wenn ja, wie?

Unsere Vorstellungskraft verlässt uns in stressigen Situationen ebenso wie unser Vertrauen in das Leben.

Vor allem wenn man in einer stressigen Situation ist, wissen wir: Pausen sind wichtig.
Pausen ermöglichen uns, über das was geschieht nachzudenken und wenn nötig eine Kurskorrektur vorzunehmen, sich einen Überblick zu verschaffen darüber, was von all den Dingen die wir alle gleichzeitig tun, gerade überhaupt wichtig sind.

Wir wissen bei schönen Dingen und Momenten immer, dass sie aufhören werden, bei Stress und Krankheit glauben wir manchmal, dass es immer so weiter geht…

Ich konnte mir vor kurzer Zeit wieder einmal gar nicht vorstellen, wie es ist loszulassen, auch wenn ich schon gar nicht mehr wusste, wie ich alles schaffen sollte, und auch mein Körper sehr deutlich angezeigt hat, dass es so nicht mehr weiter geht. In so einem Moment, wenn ich so in meinem selbstauferlegten Käfig strauchle, erledigt manchmal das Leben alles für mich…

Auf einmal ist alles anders und siehe da – es geht trotzdem weiter… anders, aber es geht weiter. Die Welt dreht sich weiter, die Sonne geht jeden Morgen auf und die Tage vergehen…

Im Loslassen liegt die einzige Sicherheit

Zum Loslassen möchte ich hier mit dir einen Witz von Mooji teilen… (hier in verkürzter Form) Er erzählt ihn einfach sehr lustig! 🙂

Ein Mann fällt von einer Klippe, kann den Rand greifen, hält sich mit aller Kraft fest und ruft nach Hilfe: „Hallo! Ist da jemand?“
Nach einiger Zeit antwortet eine Stimme: „Ja!“
Der Mann fragt: „Wer ist da?“
Und die Stimme antwortet: „Gott“
Der Mann kann sein Glück kaum fassen und sagt: Gott! Hilf mir!
Die Stimme antwortet: „Ich helfe dir gerne, alles was du machen musst ist loszulassen“
Der Mann sieht sich um, glaubt es nicht und ruft wieder „Hilfe! Kann mir jemand helfen?“
Und wieder antwortet die Stimme: „Vertrau mir! Lass einfach los!“
Und der Mann ist verzweifelt und fragt letztlich: „Ist da noch jemand anderer?“

Es gibt dazu ein wundervolles Video auf Youtube.

Wir lachen darüber, weil wir nicht in der Situation sind aber gut verstehen, wie es diesem Mann geht. Zum Loslassen gehört auch eine große Portion Vertrauen und im Loslassen liegt letztendlich die einzige Sicherheit. Loslassen und darauf vertrauen, dass alles gut werden wird, auch wenn man nicht weiß was kommt. Die Kontrolle aufgeben, die wir ohnehin nicht haben.

Ich kenne Angst als größtes Hindernis. Ich kann mir einfach nicht vorstellen wie es gehen soll loszulassen. Nicht bei allen Dingen. Es ist interessant, dass ich manches supergut loslassen konnte. Ich habe ein tiefes Vertrauen, dass es weiter geht, egal was passiert. Aber was ich noch nicht gut konnte ist auch das loszulassen, von dem ich dachte das ich das bin, oder brauche, meine Pläne, meine Ziele alles was ich mir so vorgenommen habe. Ich dachte: „Ganz oder gar nicht, jetzt oder nie.

Dass eine Pause nicht das Ende bedeutet war nicht „gespeichert“.

Vor kurzem habe ich ein Interview mit Kris Carr gehört (Crazy, Sexy Cancer) Eines der Dinge die sie gesagt hat, hat mich besonders berührt. Sie sprach davon, dass wir alle unseren eigenen Rhythmus haben. Jeder von uns hat in seinem Leben Phasen in denen es wichtig ist, weniger zu tun und in denen es wichtig ist, uns zurück zu ziehen, um auszuruhen und uns neu zu orientieren, ein persönlicher Winter sozusagen. Loslassen und Dinge beenden, auch um Platz für Neues zu schaffen, für das, was da noch kommen möchte oder jetzt gerade wichtiger ist.

Und so wie es den Winter gibt, kommt dann auch der Frühling, wo die Kraft wieder kommt und man sähen kann, wo es gilt Vorzubereiten und Dinge zu beginnen, auszumisten was nicht mehr gebraucht wird und frisch zu starten um dann später, im Sommer genießen und ernten zu können. Den Herbst zu nutzen um alles einzuholen und sich vorzubereiten auf einen neuen Winter.

Der Mensch ist ein zyklisches Wesen. Wir leben im Rhythmus der Jahreszeiten, der Wochen, Tage und Stunden und trotzdem fällt es uns so schwer, den eigenen Winter zu leben, wenn da draussen so viel Sommer ist, bzw. uns ein möglicher ewiger Sommer vorgegaukelt wird.

Den ewigen Sommer gibt es nicht.

Der Mensch wird geboren, er lebt und er stirbt. Die Natur zeigt uns vor wie es geht – wird es zu früh warm, fürchten sich die Bauern davor, dass die ersten Keimlinge einen möglichen Frost nicht überstehen… nur für uns selbst soll es nicht gelten, die ewig laufende Batterie, das niemals Ruhe geben können, die laufende Show zu erhalten wird wichtiger genommen, als zu akzeptieren, dass wir wenn wir Phasen der Kraft wollen, auch Phasen der Ruhe brauchen.

Ich schreibe das so enthusiastisch weil ich endlich begriffen habe, dass es sein darf auch mal eine Pause zu machen.

Das bedeutet nicht, seine Ziele aus den Augen zu verlieren, es bedeutet eine Rückschau zu halten, welche Strategien gut gelaufen sind und wo Verbesserungen nötig sind. Es bedeutet aufzuhören ständig nur zu wollen ohne nachzudenken was das bedeutet. Es bedeutet anzunehmen, zu akzeptieren und loslassen. Es bedeutet dass JETZT nicht die Zeit ist, um die Welt zu erobern. Es bedeutet: Jetzt nicht..

.. noch nicht.. 🙂

Mir hat es gut getan zu erkennen, dass eine Pause nicht ein Schlussstrich ist, sondern nur ein Atemholen. Ich habe jetzt Zeit – ob ich will oder nicht – und es liegt an mir, gut mit dieser Zeit umzugehen. Es liegt an mir sie für mein persönliches Wachstum zu nutzen und dafür, dass ich wenn die Zeit wieder „reif“ dafür ist, mit kraftvollen und wohldosierten Schritten meinen Weg wieder aufnehmen kann, aus dem Rückzug zurück in die Welt.

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